Kleiner Ritter der Unbefleckten

Vater unser

12. März 2019 / von Sr.Theresia

Heute hören wir im Evangelium, wie Jesus seinen Jüngern das Beten lehrt, nämlich das Vater unser. Hast Du Dich schon einmal ganz intensiv mit dem Gebet beschäftigt? Wir haben es gemacht:

So haben wir das Vater unser dargestellt:

DSCN0001 DSCN0002 Vater unser 001

Vorher sind wir Satz für Satz das Vater unser durchgegangen.

Hier einige unserer Gedanken:

 

Vater unser

 

Die Jünger baten Jesus, dass er ihnen ein Gebet lehren sollte und er sagte:

Lukas 11, 2-4

 

„Er sagte zu ihnen: „Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name; es komme dein Reich! Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag! Und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben jedem unserer Schuldner! Und führe uns nicht in Versuchung!“

 

Hast du schon einmal das Gebet „Vater unser“ gebetet? Aber weißt du auch wirklich, um was es in diesem Gebet eigentlich geht? Jesus hat uns dieses Gebet geschenkt. Es ist das wichtigste Gebet für uns. Pflücken wir es doch einmal auseinander, um zu sehen, was Jesus uns damit sagen möchte.

Zu 1. Vater unser

Du fängst an mit den Worten „Vater unser“. Da stellen wir uns die Frage: „Wer ist Gott für mich? Ist er jemand, vor dem man Angst haben muss?

Nein – er ist dein Vater – dein Papa.

Ein Papa sorgt sich um sein Kind. Er hat es lieb. Mit einem Vater geht man vertraut um. Ein Vater ist gütig, barmherzig, liebevoll.

Dein himmlischer Vater

  • erwartet dich jeden Augenblick
  • hört dir immer zu
  • er hilft dir, auf den richtigen Weg zu wandeln
  • erzieht dich
  • vergibt dir, wenn du reuevoll zu ihm kommst
  • läßt dir deinen eigenen Willen, das heißt wenn du NEIN zu ihm sagst, ist er zwar sehr traurig, aber er zwingt dich nicht, ihm zu folgen.

Gott ist aber nicht nur dein Vater – er ist unser Vater, weil er die ganze Welt erschaffen hat. Weil er uns alle bei sich haben will, hat er uns sogar seinen Sohn gesandt, damit dieser uns den Himmel öffnen konnte. Und so beten wir mit Jesus und allen Menschen vereint: Vater unser.

Zu 2. im Himmel

Wo ist der Himmel? Ja, jetzt schaust du nach oben und denkst bestimmt: „Der Himmel ist soweit weg. Wenn Gott im Himmel ist, hört er mich dann überhaupt? Oder brauch ich ein Mikrofon, damit er mich versteht?“ Zu dieser Frage können wir ganz klar nein sagen, du brauchst kein Mikrofon. Gott hört sogar jedes leise Wort, das du sprichst.

Der Himmel ist nämlich nicht nur da ganz oben, sondern deine Seele ist der Himmel. In diesem Himmel wohnt Gott, wenn du ihn nicht wegschickst. Jetzt fragst du bestimmt: „Wie schicke ich Gott denn weg?“ Du schickst ihn weg, wenn du deine Mitmenschen nicht gut behandelst und wenn du schlechte Gedanken hast. Immer, wenn so etwas passiert, geh direkt zu Gott und bitte ihn um Verzeihung, damit er in deinem Himmel bleibt und du wieder fröhlich sein kannst.

zu 3. geheiligt werde dein Name

Wenn du zu Gott oder über Gott sprichst, solltest du dir immer bewusst sein, dass er dich erschaffen hat und dass er dich unendlich lieb hat. Er ist nicht irgendjemand, sondern er ist dein Gott, dein Schöpfer und dein Vater. Seien wir mal ehrlich, wie oft ist uns schon der Name Gottes aus dem Mund gekommen, ohne dass wir überhaupt an Gott denken oder ihn überhaupt meinen. Da sagen wir z.B. Gott sei Dank. Aber sagen wir dann auch wirklich zu Gott, dass wir ihn für die Situation danken? Immer, wenn wir den Namen Gottes aussprechen, sollte dieses in Ehrfurcht geschehen. Wir sagen damit dann JA zu Gott, zu unserem himmlischen Vater und zu seiner grenzenlosen Liebe zu uns.

zu 4. dein Reich komme

Was ist Gottes Reich? Ist es, wenn wir Streit haben mit unseren Mitmenschen? Ist es, wenn wir unzufrieden sind? Ist es, wenn wir unseren Eltern nicht gehorchen? Ist es, wenn wir ängstlich und verzagt sind? Nein, das ist genau das Gegenteil von Gottes Reich. Erinnern wir uns an die Schöpfungsgeschichte: Gott hat die Welt gut erschaffen. Als er die Menschen erschaffen hat, sagte er sogar: es ist sehr gut. Aber wie gehen wir mit diesem Geschenk um? Bemühen wir uns, das Reich Gottes schön zu erhalten? Trösten wir unsere Mitmenschen, wenn diese Trost benötigen? Bemühen wir uns, unseren Eltern eine Freude zu machen?…

Erst wenn wir bemüht sind, auf unsere Mitmenschen liebevoll einzugehen, kann Gottes Reich (= das Reich der Liebe und Barmherzigkeit) auch zu uns und durch uns in die ganze Welt kommen. Fangen wir heute an und verschieben es nicht Tag für Tag. Und wenn es mal nicht so funktioniert, wie wir es uns vorstellen, müssen wir nicht verzagen. Es gibt da einen Trost: Selbst die Heiligen kamen nicht als Heilige auf die Welt. Auch sie mussten sich immer wieder überwinden und von sich selber absehen. Was zählt, ist der gute Wille. Gott sieht unseren guten Willen und er freut sich über die kleinste Überwindung, die wir aus Liebe zu ihm bestehen. So drückt er uns immer wieder an sein liebendes Vaterherz. Allerdings dürfen wir auch nicht zu stolz sein und müssen unsere Mitmenschen immer wieder um Vergebung bitten, für all die Situationen, die nicht gut waren. Um von diesen wieder ganz saubergewaschen zu werden, gehen die älteren unter euch dann zur heiligen Beichte, um von Gott wieder liebevoll in die Arme geschlossen werden zu können.

Zu 5. dein Wille geschehe?

Was ist Gottes Wille?  Stellen wir uns einen Vater vor, der sein Kind anschaut. Was meinst du, was er seinem Kind wünscht. Möchte er, dass sich sein Kind verletzt? Oder ist er aus Böswilligkeit streng zu seinem Kind? Nein, er ist streng, damit das Kind wieder auf den rechten Weg zurückkommt. Er möchte nicht, dass es negative Erfahrungen sammeln muss. Er möchte, dass sein Kind glücklich ist.

Um weiter auf Gottes Willen einzugehen betrachten wir den nächsten Satz des Gebetes. Da heißt es:

6. wie im Himmel so auf Erden

Stellen wir uns Gottes Reich vor. Wie stellst du dir den Himmel vor? Ist man da auch voller Ängste und Sorgen? Du sagst nein, da ist Frieden und Freude. Gott will uns auch mit so einem Leben beschenken. Er möchte, dass sein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Dazu müssen wir uns immer wieder neu entscheiden. Schon morgens, wenn wir aufstehen, schenken wir Gott unser Ja für diesen Tag. Wir schenken ihm all unsere Mitmenschen, alle, die wir in unserem Herzen tragen, alle Situationen, die uns an diesem Tag begegnen werden. Wir laden unseren Schutzengel ein für uns zu beten. So gehen wir dann fröhlich durch den Tag und wissen uns geborgen bei unserem Papa. Das schönste ist, dass wir die Gewissheit haben, dass Gott uns seine Engel und Heiligen, die Gottesmutter Maria, unseren Schutzengel… zur Seite stellt, damit wir nicht vom Weg abweichen. 

7. unser tägliches Brot gib uns heute

Es gibt viele Menschen, die hungern. Sie haben nicht das tägliche Brot. Wie gehen wir mit den Lebensmitteln um, die Gott uns schenkt? Sind wir dankbar dafür oder nehmen wir sie selbstverständlich an? Beten wir für unsere Mitmenschen, denen es am Essen mangelt? Oder werfen wir unser Brot sogar weg? Vergessen wir nicht, Gott immer wieder zu danken, für alles, was er uns schenkt und segnen wir unser Essen, damit es uns nicht schaden kann.

Aber zum täglichen Brot gehört nicht nur das Brot mit der Wurst etc. sondern vor allem der Leib des Herrn, den wir immer wieder empfangen dürfen. In diesem Leib steigt Jesus immer wieder zu uns hinab und  lässt uns ganz eins werden mit ihm. Was kann es größeres geben?

8. und vergib uns unsere Schuld

Wie heißt es in der Heiligen Schrift: „Selbst der Gerechte fällt sieben Mal am Tag“. Mit sieben Mal ist nicht die Zahl sieben gemeint, sondern das heißt selbst der Gerechte fällt oft. Ist das jetzt ein Grund, um mutlos zu werden? Nein bloß nicht. Wie wurde mir immer so schön gesagt: „Erwarte nicht mehr von dir, als wie Gott von dir erwartet.“ Wir sind nicht perfekt und werden es auch nie sein. Denn alles Gute, das wir vollbringen, macht doch Gott in uns. Da hilft einfach diese Zusage Gottes: „Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.“ Gehen wir aber nicht zu Gott, dann kann er uns auch nicht helfen, weil wir ihn ja nicht darum bitten. Bitten wir ihn immer wieder reuevoll um die Vergebung unserer Schuld und bemühen wir uns in seinem Namen zu wandeln. Was zählt, ist der gute Wille.

9. wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie gehe ich mit den Schwächen meiner Mitmenschen bzw. mit meinen eigenen Schwächen um? Kann ich vergeben? Bin ich nachtragend? Manchmal gibt es ja Situationen, die uns schwer verwunden und die wir nicht vergessen können. Überwinden wir uns immer wieder diese Situationen Jesus ans Kreuz zu bringen. Er hat die Schuld doch schon bezahlt am Kreuz. Wenn wir unseren Mitmenschen und uns selber nicht verzeihen können, dann sagen wir NEIN zu Gott. Wir nehmen dann seine Liebe nicht an. Wir sagen ihm: „Ich weiß das besser wie du.“ Stossen wir Gott nicht vor den Kopf und bitten wir ihm, dass er es in uns bewirken möge, dass wir unseren Mitmenschen und uns selber verzeihen können, damit wir den wahren Herzensfrieden erlangen mögen.

10. und führe uns nicht in Versuchung

Was ist eine Versuchung? Wie bemerken wir, dass wir versucht werden? Das möchte ich an einem Beispiel veranschaulichen:

Wir kommen in eine Situation, die in unseren Augen schwierig ist und wir haben Angst. Jetzt können wir auf unsere Gedanken, die dann schnell kommen hören und denken: „Ich hab Angst. Gott hat mich verlassen. Er hat mich nicht mehr lieb. Ich will das nicht und außerdem schaff ich das alleine. Ich brauche Gott nicht…“. Gehen wir diesen Gedanken nach, scheint uns bald alles sinnlos und trist. Wir verlieren die Lebensfreude und werden unzufrieden. Eben, weil wir Gott die Türen verschließen. Wie leicht wäre es doch, diese Gedanken sofort einzudämmen und zu sagen: „Ich brauche keine Angst zu haben, weil ich weiß, dass mein Vater mich an der Hand hält. Er sorgt sich um mich, ich brauche mich nicht zu sorgen…“

Wenn wir die Versuchung mit Gottes Hilfe sofort im Keim ersticken, brennt das Feuer nicht lichterloh und wir können viel unbesorgter durch die verschiedenen Situationen gehen. Probier es doch mal aus, du wirst deine Freude haben.

11. sondern erlöse uns von dem Bösen

Wir bitten Gott, dass er uns vor dem Bösen bewahren möge. Es gibt viel Böses in der Welt. Es gibt aber auch viel Böses in unserem Herzen. Zeigen wir den guten Willen, dass wir erlöst werden wollen von all den bösen Neigungen, die in uns schlummern. So kann dieser gute Wille wie ein Lichtschein in unser Umfeld ausstrahlen und so die anderen Menschen auch mitreißen.

Stell dir vor, wenn viele Menschen so denken, dann wäre das Reich Gottes doch nahe. Dann wäre es wie bei einer Kerze, die ihr Licht abgibt an eine andere Kerze und diese gibt wieder etwas von dem Licht ab usw. Wie hell würde es dann in unserem Umfeld werden und in der ganzen Welt. Verlieren wir keine Zeit. Fangen wir heute noch an. Und wenn wir dann fallen, nicht verzagen: Wir haben doch unseren Vater im Himmel, der uns immer wieder an sein Herz drückt. Und so können wir bei Tag und Nacht beten Vater unser im Himmel…….

Dieses Gebet hört niemals auf. Es ist eine Herausforderung für uns. Setzen wir es in die Tat um.

dann können wir zum Schluss zu diesem Gebet und zu unserem Leben

12. Amen

sagen. Ja, so sei es. Möge Gott seine Unterschrift darunter setzen und darüber wachen, dass es ein nie endendes Gebet sei.

 

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