„In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sagten: »Wer ist wohl der Größte im Himmelreich?« Da rief er ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie und sprach: »Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr euch nicht bekehrt und nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. Wer sich also klein macht wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer solch ein Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.“ (Mt 18,1-5)
„Nach diesen Worten ging sie weg, rief ihre Schwester Maria und sagte leise zu ihr: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Als diese es hörte stand sie eilends auf und ging zu ihm. Noch war Jesus nicht ins Dorf hineingegangen, sondern war noch an der Stelle, wo Martha ihm begegnet war. Die Juden nun, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen wie Maria voll Eile aufstand und wegging, und folgten ihr in der Meinung, sie gehe zum Grabe, um dort zu weinen.
Maria kam an den Platz, wo Jesus war, fiel bei seinem Anblick zu seinen Füßen nieder und sagte zu ihm: „Herr, wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die mit ihr kommenden Juden weinten, wurde er im Geiste tief erschüttert, und voll innerer Erregung sprach er: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie antworteten ihm: „Komm, Herr, und sieh!“ Jesus weinte. Die Juden sagten: „Seht, wie er ihn liebte!“ Einige aber von ihnen meinten: „Konnte er, der die Augen des Blinden öffnete, nicht bewirken, dass auch dieser nicht starb?“ Abermals wurde Jesus in seinem Innern erschüttert und ging zum Grabe. Es war eine Höhle, und davor lag ein Stein. Jesus sprach: „Hebt den Stein weg!“ Da sagte Martha, die Schwester des Verstorbenen, zu ihm: „Herr, er riecht schon; denn er liegt schon vier Tage.“ Jesus sprach zu ihr: „Sagte ich nicht zu dir, du werdest, wenn du glaubst, die Herrlichkeit Gottes schauen?“ Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber richtete seine Augen nach oben und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste ja, dass du mich allezeit erhörst; doch wegen des anwesenden Volkes habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Nach diesen Worten rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Der Verstorbene kam heraus, die Füße und Hände mit Bändern gebunden, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umwickelt. Jesus sagte zu ihnen: „Macht ihn frei und lasst ihn gehen!“ (Johannes 11,28-44)
Jetzt lag Lazarus schon vier Tage im Grab. Und Jesus lässt das Grab öffnen. Im Normalfall würde jeder sagen, dass das nicht geht. Doch sie öffnen das Grab und was geschieht?
Jesus betet zu Gott seinem Vater und dann ruft er: „Lazarus komm heraus.“ Spätestens jetzt würde doch heute jeder sagen, dass das unmöglich ist. Aber wie staunen dann alle, als Lazarus tatsächlich rauskommt. Dabei war er doch schon vier Tage im Grab.
Nach so einem Wunder müssten doch jetzt alle glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist, oder?
Doch leider ist es nicht so. Beten wir für alle Menschen, die nicht an Gott glauben.
Heute begehen wir den Gedenktag der heiligen Martha. Martha und ihre Schwester Maria waren verzagt und traurig, weil ihr Bruder Lazarus vier Tage zuvor gestorben ist. Dann lesen wir weiter:
Viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als nun Martha hörte, dass Jesus komme, eilte sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Hause. Und Martha sagte zu Jesus: „Herr, wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben. Doch auch jetzt weiß ich, dass alles, was du von Gott erbittest, Gott dir geben wird.“ Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha entgegnete ihm: „Ich weiß, er wird auferstehen bei der Auferstehung am Jüngsten Tage.“ Jesus sprach zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?“ Sie sagte zu ihm: „Ja, Herr, ich habe Glauben; du bist der Messias, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ Johannes 11,19-27
Hier sieht man, dass Martha an Jesus glaubt. Doch was geschieht dann?
Doch was bedeutet dieses Gleichnis eigentlich für uns?
Stell Dir vor: Da kommt jemand und möchte Dir etwas von seiner Freude, die er mit Jesus hat, mitteilen. Das kann verschieden ausgehen:
Du hörst es Dir zwar an, aber es interessiert Dich nicht. Also vergisst Du es wieder. (= die Vögel fressen es auf)
Dann kann es sein, dass Du zwar erst begeistert zuhörst, doch sobald Du auf andere Menschen stößt, ist es Dir unangenehm und Du verleugnest es (= steiniger Grund)
Dann kann es sein, dass Du so voller Sorgen und Ängste bist, dass Du das Gehörte gar nicht wahrnimmst. (=Dornen)
Und dann kann es so sein, dass Du Dich entzünden lässt, dass Du begeistert bist und diese Freude auch weitergeben möchtest. Diese Freude strahlt dann aus und zieht Kreise.
Ich würde mich freuen, wenn wir alle ansteckend sind und so viele Menschen in unserem Umfeld infizieren.
Nachdem wir bei einem Gebetstreffen das gegrüßet seist Du Maria gebetet haben, gestalteten die Kinder einen Bilderrahmen für das Bild vom barmherzigen Jesus.